Reisen ist Leben

Venezuela

Venezuela 2015 StepMap Venezuela 2015


Wir nehmen Abschied von Venezuela. Gut 3 Monate waren wir in diesem wunderschönen Land unterwegs, haben dabei mehr als 8000 km zurück gelegt und viele Dinge kennengelernt. Die ursprünglichen Bedenken haben sich in keinster Weise bestätigt. Wir haben nie eine gefährliche Situation erlebt. Im Gegenteil, die Menschen sind uns im ganzen Land freundlich und aufgeschlossen begegnet. 


Die Vielfalt der Naturwunder ist enorm und so konnten wir die unterschiedlichsten Abenteuer erleben. Eine letzte Woche haben wir noch einmal im Nationalpark La Mucuji nahe Merida verbracht, haben die Berge und das gute Klima genossen, sind gewandert und haben leckere Forellen gegessen.







Auf der Halbinsel Paraguana haben wir den noerdlichsten Punkt Venezuela's besucht. Auf der Fahrt dorthin ging es durch rauhe Landschaft, flaches Land mit starkem Wind und kaum Vegetation. Es gibt nur wenige Doerfer hier und in den Duenen leben Esel und Ziegen.






Die Strasse durch die Duenen des Nationalpark "Medanos de Coro" muss mit schwerem Geraet freigehalten werden.







Mal wieder an der Karibik, gerade sind wir in Puerto Colombia im Nationalpark Pittier.

In der Posada "Hans" haben wir einen prima Platz unter riesigen Mangobaeumen.
Schoen, dass Willi & Amon gemeinsam mit uns hier ein paar Tage verbringen, es gibt viel zu erzaehlen und der Backgammon-Wettbewerb ist im vollen Gange.








Colonia Tovar - ein "deutsches" Oertchen mitten in Venezuela wurde gegruendet 1843 von Einwanderern aus dem Badischen. 







Vororte von Caracas - welch ein Kontrast !



Cumana, von den Spaniern 1521 gegruendet, ist die aelteste koloniale Stadt Suedamerika's







Castillo de San Antonio de la Eminencia












Die Halbinsel Paria ganz im Osten Venezuela's besticht mit schoenen und einsamen Sandstraenden und riesigen Kakao-Plantagen. 

Playa Medina in der Naehe von Rio Caribe










Es ist Erntezeit fuer den Kakao, zwei Sorten wachsen hier. Zum Trocknen werden die Samen ueberall am Strassenrand ausgebreitet.



die Straende von San Juan de Las Galdonas, einem Fischerdorf an der Caribe







1. Februar 2015 - Auf den Spuren von Alexander v. Humboldt haben wir die Hoehle von Guacharo besucht. Man kann waehrend der Trockenzeit ca. 1,2 km in die Hoehle hinein, nur mit einer einfachen Lampe, damit die Voegel die hier leben nicht aufgescheucht werden. Das war schon etwas gruselig, zum einen die Geraeusche der Voegel, Ratten die hier leben und kein Lichtschein von aussen.









Die Voegel die hier leben heissen "Fettschwalm", sie leben aehnlich den Fledermaeusen, sind lichtscheu, schwaermen am Abend mit viel Geschrei zum Fressen aus der Hoehle aus und morgens kommen sie wieder zurueck. 



Das Orinoco-Delta wollten wir unbedingt besuchen und haben uns in Piacoa bei Roger, einem Elsaesser einquartiert, er hat hier ein Camp und man kann mit ihm im Delta Touren machen, das kam uns gerade gut, wir hatten ein paar Tage zum Verschnaufen von den vielen Aktionen der letzten Wochen und sind bischen auf dem Orinoco langgeschippert.

Das Gebiet ist riesig und teilweise ist der Fluss bis zu 8km breit. Jetzt hat die Trockenzeit begonnen, der Wasserstand sinkt sehr stark und ueberall kommen Felsen oder Sandbaenke zum Vorschein, das Wasser ist gut warm und laedt zum Baden ein.





Unterwegs stellt uns Roger eine Gruppe Indios vor, die hier als Nomaden unter einfachsten Verhaeltnissen leben.










Auf dem Fischmarkt am Samstag konnten wir einen grossen Catfish kaufen, der ist ganz besonders lecker.











Ist sie nicht huebsch, lt. Roger ist der Biss einer Vogelspinne nicht gefaehrlich, kann nur alergische Reaktionen hervorrufen.





Unser naechstes Ziel war der "Salto Angel" - der hoechste Wasserfall der Erde, knapp 1km stuerzt hier das Wasser von einem riesigen Tafelberg herunter. 






Fuer den Weg dorthin wurden wir mittels einer Cesna nach Canaima geflogen und von dort ging es dann noch 73km per Boot zu einem Camp, es gibt keine Strassen durch den dichten Urwald.







Die Gegend ist absolut atemberaubend, ueberall stuerzen Wasserfaelle mit Getoese in die Tiefe. Wir hatten Glueck, in den letzten Tagen hatte es geregnet und so war die Bootsfahrt schon ein Abenteuer fuer sich wenn es immer wieder durch reissende Stromschnellen ging.






























schlaeft sich gar nicht so schlecht in einer Haengematte








Mount Roraima - der hoechste Tafelberg Venezuela's war eine grosse Herausforderung fuer uns. Wir haben in Santa Elena eine Tour gebucht und waren 6 Tage unterwegs. Hier in der Gegend lebt das Volk der Pemon, sie begleiten die Touren und tragen Verpflegung und Zelte zum Berg. Wir hatten unsere persoenlichen Dinge, Schlafsack und Isomatte zu tragen, unterwegs wurde in zwei Camps uebernachtet bevor es dann zum Gipfel ging. Der Aufstieg zum Hochplateau ist spektakulaer und sehr anstrengend, wir haben ganz schoen geschnauft. Oben angekommen fuehlt man sich dann in einer anderen Welt, aehnlich einer Mondlandschaft mit bizarren Felsformationen, Schluchten und rosafarbenen Straenden, zwischendrin huebsche Blumen. 


Bis zum Fuss des Roraima sind es ca. 20 km Fussmarsch.











Einige Fluesse mussten ueberquert werden.
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Base Camp auf 1870m



Die Kueche im Base Camp.











Die Jungs verstehen Spass zu machen sind sie doch als Clown-Doktoren in Maracaibo ehrenamtlich taetig.



So stolz sind die Venezuelaner auf ihr Land !










Auf dem Gipfel ist oft alles in Nebel gehuellt, ein trockenes Plaetzchen fuer's Zelt ist nicht leicht zu finden.




Um das besondere Oeko-System auf dem Berg zu schuetzen, muss alles wieder mit nach unten genommen werden, wirklich alles ......





Der Abstieg bis zum Basecamp war sehr anstrengend, der Berg war im Regen und ueber die Felsen ging es ganz langsam voran.




Alexandra wurde ca. 14 km vom Rueckweg getragen, sie hatte sich am Zeh verletzt.




4. Januar 2015 - ein frohes neues Jahr Euch allen, die mit uns "unterwegs" sind. Danke fuer die Gruesse an Weihnachten und Silvester. Wir haben zum Jahreswechsel in der Gran Sabana nahe der Brasilianischen Grenze angestossen.



 

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Dezember 2014 - Der Parque National Sierra Nevada Mucubaji liegt auf 3577m NN, hier kann man super wandern, vorausgesetzt man hat sich langsam an die Höhe gewöhnt. 

Wir sind ein paar Tage geblieben, gewandert und haben die wüstenähnliche Landschaft bei bestem Wetter genossen. Nachmittags ab ca. vier Uhr ziehen die Nebelschwaden die Berge herauf und es beginnt frisch zu werden, nachts gehts auf um die Null herunter und wir haben unsere dicken Decken rausgekramt. Ein tolles Gefühl in dieser Höhe zu sein und nachts in totaler Dunkelheit ein bisschen näher an den tausenden von Sternen.








Ueber Mantecal sind wir dann weiter in die Los Llanos, dem Cowboy-Land Venezuela’s. Die unendlich weite Savanne ist die artenreichste Gegend im Land, praktisch ständig laufen einem Kaimane, Wasserschweine und Anakondas über den Weg. Durch eine Empfehlung sind wir zur Rancho Grande gefahren und haben mit Ramon und seinem Sohn ein paar Touren gemacht, Vögel beobachtet, Schlangen “gestreichelt”, rosa Delphine gesehen, Piranhas geangelt und gegessen. Der Besuch hier ist ein unvergessliches Erlebnis, die Familie von Ramon war sehr sehr freundlich und wir wurden mit traditionellem leckeren Essen verwöhnt, dazu gab es abends Hausmusik.


 

 




 














Wir wären gerne noch ein bischen geblieben, aber auch hier ist Weihnachten ein Fest der Familie, was wir nicht stören wollten.





 



Letztendlich sind wir über Weihnachten ganz zufällig aber dann doch wieder bei einer Familie gelandet, die dem nicht solch Bedeutung beimessen. In Puerto Paez haben wir mittels Fähre den Rio Orinoco überquert, auch wieder ein besonderes Erlebnis fuer uns. Auf der südlichen Seite des Flusses liegt der Bundesstaat “Amazonas”, hier “verirren” sich praktisch keine Fremden her. Schade eigentlich denn es ist ganz besonders, es gibt riesige Felsen die umsäumt sind von Palmen und Weideland. Es war ein bisschen schwierig einen Platz zu finden, alles ist eingezäunt und bewirtschaftet, riesige Flächen mit Rindern und Pferden, so haben wir wieder an einer Rancho gefragt, erstmal fuer eine Nacht, sind dann über Weihnachten geblieben und es war super nett. Die Menschen leben hier unter einfachsten Bedingungen, es gibt keinen Strom, kein Telefon, kein TV, die meiste Zeit lebt man im Freien, an einem zentralen Platz hängen ein paar Hängematten, so wie wir eine Couch benutzen, abends geht es mit den Hühnern ins Bett uns morgens zeitig wieder raus. Der Himmel ist sternenklar und es gibt riesige Glühwürmchen. 


Von hier aus ging es dann weiter in östlicher Richtung bis Ciudad Bolivar, die Stadt am Orinoco gelegen ist fuer viele der Ausgangspunkt in die Nationalparks im Süden, wir haben einige Informationen eingeholt und an der örtlichen Polizeistation übernachtet, das schien uns am sichersten zu sein, denn in den Städten bleibt man lieber nicht zu lange bzw. schläft im Camper irgendwo.


Die Entfernungen die hier in Venezuela zurückzulegen sind, sind extrem, die Strassen haben mitunter riesige Löcher wo wir dann nur langsam vorankommen. Gerade Richtung Süden zur Grand Sabana wird vieles mittels Kleinflugzeugen erledigt. Wir sind bis zur brasilianischen Grenze gefahren, eine sehr schöne Strecke, erst ueber die Berge und dann durch eine riesig Hochebene “Gand Sabana” in der es mächtige Tafelberge gibt. Hier kann man überall an den Flüssen campen, die Gegend ist bei den Venezuelern sehr populär, viele kommen aus Caracas fuer ein paar Tage und verbinden es dann mit einer Einkaufstour nach Brasilien . Erstaunlicherweise sind hier viele Pickup’s unterwegs, ausgestattet mit Dachzelten, die aufgeklappt werden und die man mittels “Hühnerleiter’ erklimmt.


Bei unserer Reise durch Venezuela haben wir moderne Autohäuser aller möglichen Marken gesehen, doch in keinem einzigen kann man ein Auto kaufen. Wir haben erfahren, die Autohäuser gehören dem Staat und der ist trotz riesiger Ölvorkommen Pleite und kann so keine neuen Fahrzeuge einkaufen.

 






Über Venezuela hatten wir uns ursprünglich gar keine Gedanken gemacht, bzw. es liegt ja auch nicht direkt an der Panamericana und soll derzeit innenpolitisch nicht “so” sicher sein.   Wir sind von Kolumbien aus, immer an der Karibikküste entlang über Maracaibo eingereist, ein franzoesisches Paar was wir an der Grenze getroffen hatten, hat uns ein Stück begleitet. Die Stadt ist die Zweitgrößte im Land und das Zentrum der Erdölindustrie, die Erdölförderung steht an erster Stelle im Land, es gibt riesige Vorkommen, was sich im Dieselpreis sehr positiv widerspiegelt. 




 

Von Maracaibo aus ging es dann nach Merida, die Stadt liegt auf 1600m NN und wir haben endlich einmal wieder Temperaturen die uns Mitteleuropäern lieb sind. Der Weg dorthin führte uns über den ersten Andenpass im Nationalpark Sierra La Culata , 4100m hoch auf einer sehr gut ausgebauten Strasse. Auf beiden Seiten des Passes gab es bis über 3000m an den Steilhängen Gemüsefelder, es wurden Kartoffeln geerntet und am Summit gab es frische Erdbeeren mit Schlagsahne fuer den Genuss in luftiger Höhe, lecker.




 

Kurz vor Merida wurden wir zweimal kontrolliert, einmal von der Nationalgarde und einmal von der Polizei, die wollten dann gleich mal eine Strafgebühr weil wir fuer unseren Camper keine separate Registrierung nachweisen konnten, nach 10 Minuten “Verständigung”, haben sie es eingesehen und wir konnten weiterfahren. Wir haben fuer derartige Stops immer von sämtlichen Unterlagen und Ausweispapieren Kopien direkt greifbar, am wichtigsten ist immer das Zollpapier von der Einreise ins Land.

 

Unsere erste Anlaufstelle in Merida war die “Teleferico”, die längste Seilbahn der Welt zum höchsten Gipfel Venezuela's, doch wie wir schon gehört hatten , ist sie seit fast 10 Jahren im Neubau und es dauert noch ….schade. Glücklicherweise sind wir hier auf Markus, einem Schweizer, getroffen der hier ein Gasthaus besitzt und ein alter Hase in Sachen Touren durchs Land ist. Er hat uns dann gleich ein paar Skizzen gemacht fuer die schönsten Plätze . So sind wir erstmal im Nationalpark “La Mucuy” haengengeblieben. Es ist wunderschön hier, auf 2200m Höhe gibt es Wanderwege, die älteste Forellenzucht in Venezuela und rundum kleine Obstplantagen mit den süßesten Früchten. 

 
Hoch oben auf dem Pico del Humboldt gibt es Gletscher






Baumtomaten - schmecken aehnlich wie Kiwi




Bei Pedro an der Ranger Station koennen wir Wasser fuellen.







Die Jungs von der Forellenzucht versorgen uns mit frischem Fisch....


Wenn man mit den Menschen hier spricht, wird man immer wieder an die Zeiten der DDR erinnert, es herrscht grosse Unzufriedenheit und es mangelt an allem möglichen, zB kein Waschpulver, kein Toi-Papier, keine Ersatzteile fuer Autos …. Venezuela lebt ausschliesslich vom Erdöl, es gibt keine Industrie und die Preise sind staatlich vorgeschrieben. Geld wird auf dem Schwarzmarkt zu einem vielem mehr als auf der Bank getauscht und Energie kostet so gut wie nichts.